Netzwerk Blühende Landschaft
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Situation & Ziele

Bedeutung und Situation der Blüten besuchenden Insekten

Ackerhummel an Distel, Foto: NBL
Ackerhummel an Distel, Foto: NBL
Die hohen Bienenverluste der letzten Jahre haben vielen Imkern, Naturschützern und Landwirten die Augen geöffnet. Deutschlandweit starben z.B. im Jahr 2003 ca. 30 Prozent der Bienenvölker, in vielen Regionen überlebten 50 bis 80 Prozent der Honigbienen diesen Winter nicht. Insgesamt starben mehr als 300.000 Bienenvölker. Die Verknappung der Nahrungsgrundlage der Bienen, also der Rückgang von Nektar und Pollen spendenden Pflanzen war eine der entscheidenden Ursachen für diese Verluste. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Situation nicht nur für Honig- und Wildbienenarten, sondern für alle Nektar und Pollen sammelnden Insekten in unserer Landschaft enorm verschlechtert. Zudem wachsen bei der Honigbiene die Probleme mit Krankheiten und Parasiten, während Wildbienen immer weniger natürliche Nistmöglichkeiten finden. Darüber hinaus sind all diese Insekten einer zunehmenden Belastung durch Biozide (beschönigend Pflanzenschutzmittel) ausgesetzt.


Honigbiene an Calendula Foto: Mellifera
Die Honigbienen haben zusammen mit allen anderen Blüten bestäubenden Insekten eine entscheidende Funktion im Ökosystem. Sie sichern und steigern nicht nur die Erträge von Kulturpflanzen (z.B. Obst, Raps, Sonnenblumen), sondern erhalten die von Insekten bestäubte Wildvegetation. Diese ist die Lebensgrundlage vieler anderer Tiere und sorgt für weitere Ökosystemdienstleistungen, wie Grundwasserneubildung oder Erosionsschutz. Die Insekten selbst dienen wiederum Insektenfressern (z.B. Vögeln) als Nahrung. Der Rückgang vieler Vogelarten kann mit der Dezimierung der Insekten in Zusammenhang gebracht werden.

Veränderungen in der Kulturlandschaft

Getreidefeld mit Ackerwildkräutern wie Mohn und Kornblume, Foto: Utto Baumgartner
Getreidefeld mit Ackerwildkräutern wie Mohn und Kornblume, Foto: Utto Baumgartner
Die Landwirtschaft gestaltet in hohem Maße unsere Kulturlandschaft. Die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft führt zu einem immer knapper werdenden Nahrungsangebot für Blüten besuchende Insekten.
Nach einem in vielen Regionen reichem Angebot im Frühjahr vor allem aus der Raps-, Obst- und regional der Löwenzahnblüte bricht die Nahrungsversorgung dieser Insekten im Juni meist schlagartig zusammen. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen können die Insekten nicht mehr ernähren.
Blühende Ackerunkräuter sind aufgrund des Pestizideinsatzes und der Perfektionierung der Agrartechnik (mechanische Unkrautbekämpfung, Saatgutreinigung) inzwischen fast vollständig von den Feldern verschwunden.
Diese Entwicklung hat mittlerweile aber auch die Wiesen erfasst. Statt Grünfutter und Heu erntet der Landwirt heute überwiegend Silage. Dazu werden die Wiesen statt wie bisher 2-3 Mal im Jahr nun 4-6 Mal gemäht – jeweils kurz vor der Blüte. Damit fallen auch die Wiesen als Nahrungsquellen für die Insekten weg.

Wir haben uns an diese schleichende Veränderung gewöhnt und bemerken oft gar nicht, dass der Sommer nicht mehr bunt, sondern nur noch grün und braun ist.

Netzwerk Blühende Landschaft

Pfauenauge an Aster, Foto: Maria Domes
Pfauenauge an Aster, Foto: Maria Domes
Um dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen und die Land(wirt)schaft wieder – im wahrsten Sinn des Wortes – zum Blühen zu bringen, hat eine Gruppe von Imkern, Landwirten und Naturschützern in enger Zusammenarbeit mit LBV, NABU, BN und BUND sowie den Verbänden für Ökologischen Landbau 2003 das Netzwerk Blühende Landschaft gegründet.

Das Netzwerk Blühende Landschaft stellt sich folgenden Aufgaben:

  • Vorhandene Konzepte erfassen, die Honig- und Wildbienen, Schmetterlingen und Fliegen sowie allen anderen nektar- und pollensuchenden Insekten wieder eine Lebensgrundlage schaffen
  • In Zusammenarbeit mit Landwirten, Naturschützern, Beratern, Verbrauchern, Gärtnern, Imkern, Wissenschaftlern und Landschaftsplanern neue, insektenfreundliche Bewirtschaftungskonzepte entwickeln
  • Modellprojekte initiieren und Fördergelder dafür akquirieren
  • Den Dialog mit allen betroffenen Interessenverbänden zur breiten Umsetzung geeigneter Konzepte suchen
  • Gespräche mit politischen Parteien und der Agrarverwaltung führen, um eine entsprechende Lenkung der landwirtschaftlichen Fördermittel zu erreichen
  • Die breite Öffentlichkeit sensibilisieren
  • Eine blühende Landschaft gestalten, in der Menschen, Pflanzen und Tiere sich wieder wohlfühlen können

Leitlinien des Netzwerk Blühende Landschaft

Im November 2013 hat das Netzwerk Blühende Landschaft Leitlinien für seine Tätigkeiten formuliert. Den genauen Wortlaut finden Sie hier

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