Netzwerk Blühende Landschaft
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Tagung "Wege zu einer Blühenden Landschaft Mittelfranken am Beispiel der Fränkischen Moststraße", 10. September 2010 in Gerolfingen

Über 100 Gäste waren am 10. September 2010 auf den Hesselberg zur Tagung „Wege zu einer Blühenden Landschaft Mittelfranken am Beispiel der Fränkischen Moststraße“ gekommen. Die Teilnehmer konnten dort erfahren, dass es gemeinsam möglich ist, die Kulturlandschaft für Pflanze, Tier und Mensch zum Blühen zu bringen. Dazu beigetragen haben neben den anschaulichen Fachvorträgen, zahlreiche Infostände und die Arbeitsgruppen „Kommunen“ und „Landwirtschaft“, in denen jeder seine Ideen und Diskussionspunkte einbringen konnte. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Förderung Blüten besuchender Insekten, die als Bestäuber von Kultur- und Wildpflanzen eine tragende Säule im Ökosystem sind. Die Erhaltung und Förderung ihrer Bestände sichert die menschliche Existenz und erhöht die Lebensqualität. Ein bunter Strauß von praxiserprobten Maßnahmen in der Landwirtschaft und im kommunalen Grün wurde vorgestellt und erarbeitet. Nicht zuletzt Anteil am gelungenen Verlauf der Veranstaltung hatte die gute Atmosphäre und die Präsenz und Zusammenarbeit der Veranstaltungspartner aus den unterschiedlichen Bereichen Landwirtschaft, Naturschutz, Imkerei, Jägerschaft, Kommunen und Regionalentwicklung. Über solch engagierte Menschen und ihre Kooperation brachte Landrat Rudolf Schwemmbauer, Schirmherr der Tagung, seine Freude zum Ausdruck.

Foto: Oliver Sollbach

Nach dem Grußwort von Karl Engelhard von der Fränkischen Moststraße nahm Matthäus Matejek vom Netzwerk Blühende Landschaft das Auditorium im Einführungsvortrag mit in die wundersame Welt der Blüten und der Blüten besuchenden Insekten. Durch seine Fotos unterlegt mit Musik vermittelte er seine große Achtung vor und Freude an dieser Lebenswelt.

Vortrag Matthäus Matejek pdf 24 MB

In zwei folgenden Vorträgen wurden Maßnahmen vorgestellt, wie Landwirte Bienen und anderen Blütenbestäubern helfen können. Maria Stichlmair vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach berichtete, dass bereits viele Landwirte in Mittelfranken an der Agrarökologischen Acker- und Grünlandnutzung des KULAP teilnehmen und Brachen, Blühflächen, Altgrasstreifen und Gewässerschonstreifen anlegen.

Vortrag Maria Stichelmair pdf 7 MB

Christof Thoss vom Deutschen Verband für Landschaftspflege stellte für die Biogasverwertung eine zukunftsträchtige Alternative zur Monokultur Mais vor. Das Projekt „Energie aus Wildpflanzen“ entwickelt mehrjährige, wildartenreiche Saatgutmischungen, die gezielt zur Biomassegewinnung eingesetzt werden können. Erste Ergebnisse zeigen eine hohe Leistungsfähigkeit des Anbausystems, insbesondere wenn der im Vergleich zum Maisanbau wesentlich geringere Produktionsaufwand berücksichtigt wird.

Vortrag Christof Thoss pdf 4 MB

Norbert Metz vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken brachte beeindruckende und erschreckende Zahlen über Streuobstbestände in Bayern: „Von 20 Millionen Bäumen 1965 sind heute noch 7 Millionen vorhanden“. Die Aktivitäten der Fränkischen Moststraße halten diese Entwicklung etwas entgegen. „Wenn es gelingt, mit guten Obstprodukten dafür zu sorgen, dass die prächtigen Obstbäume mit ihren bunten Wiesen bleiben und vielleicht noch paar neue hinzukommen, dann ist das ein gutes Gerüst für eine blüten- und bienenreiche Landschaft!“

Vortrag Norbert Metz pdf 3 MB

Am Nachmittag stand die öffentliche Grünpflege von Kommunen und Unternehmen, das „Öffentliches Bunt“ im Blickfeld.

Foto: Oliver Sollbach

Stefan Tischer, Landschaftsarchitekt bei der Stadt Crailsheim, stellte Erfahrungen und Beispiele mit der Ansaat von Wildpflanzen vor. Anhand der zeitlichen Entwicklung der Blumenwiesen im Landschaftspark Riem, München, machte er deutlich, welche herrlichen Ergebnisse erreicht werden können mit sorgfältiger Planung, Saatgutwahl und Flächenvorbereitung, mit Geduld sowie anschließender Begleitung und Pflege.

Vortrag Stefan Tischer pdf 15 MB

Petr Mlnarik vom Landschaftspflegeverband Nürnberg stellte zahlreiche Anwendungsgebiete von naturnahe gestalteten Flächen vor: Außenanlagen und Ausgleichsflächen von Unternehmen, Gebäudebegrünung, Straßenbegrünung mit Wildarten, Infrastrukturbegrünung (Kanäle, Bahngelände, Freileitungstrassen), Ökokontoflächen und vieles mehr.

Vortrag Peter Mlnarik pdf 12 MB

Foto:Margarete Riedel

Die Diskussionen und Ideen in den Workshops waren rege und lebendig. Für das „Öffentliche Bunt“ versetzten sich rund 50 Teilnehmer in die Situation einer „Außerordentlichen Sitzung des Gemeinderates von Bienenblumenhausen“. Sie sammelten Ideen, um in ihrer Gemeinde mehr blühende Flächen zu installieren. Anhand dieser erarbeiteten „organisatorischen“ und „kommunikativen“ Lösungsansätze können Gemeinden direkt loslegen und mit der Umsetzung beginnen.
Im Workshop Landwirtschaft wurde heftig diskutiert. Ein Gedanke war, dass Landwirte vor allem auch persönlich motiviert sind, wenn sie Maßnahmen für Bienen, Hummeln und Co umsetzten. Auf welchen Wegen können Landwirte erreicht werden für die Anliegen von Bienen, Hummeln und Co.?

Workshopergebnis

Zum öffentlichen Abendvortrag sind viele Tagungsteilnehmer auf dem Hesselberg geblieben und einige weitere Zuhörer hinzugekommen. Die Bienenwissenschaftlerin Dr. Rebecca Basile aus Tübingen referierte beeindruckend über die Honigbiene, insbesondere über deren Sinnesorgane und das Zusammenwirken im Bienenvolk.

Veranstalter:

Veranstalter waren das Netzwerk Blühende Landschaft in Kooperation mit: Landkreis Ansbach, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach, Landschaftspflegeverband Mittelfranken e.V., Entwicklungsgesellschaft Region Hesselberg m.b.H., Bund Deutscher Milchviehhalter, Jägervereinigung Ansbach e.V., Bezirksverbände Mittelfranken im Landesverband Bayerischer Imker e.V., IG Fränkische Moststraße, LAG Altmühl-Wörnitz e.V., Bund Naturschutz in Bayern, IG Regionalbewegung Artenreiches Land und lebenswerte Stadt. Weitere Unterstützung: Bayerische Futtersaatbau GmbH, Rieger-Hofmann und allfra Regionalmarkt Franken GmbH.

Ansprechpartnerin:
Silvia Unger, Regionalgruppe Blühende Landschaft Westmittelfranken, Carl-Orff-Straße 7, 91595 Burgoberbach, Tel. 09805-1341,


Fotos von der Tagung

Foto: Oliver Sollbach
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Foto:Margarete Riedel
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