Netzwerk Blühende Landschaft
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Blühendes Ammerland

Blühstreifen im Acker schaffen Lebensraum für Insekten

Blühflächen Ammerland, Foto: Tatjana Hoppe

Im Ammerland, nordwestliches Niedersachsen, hat sich ein Arbeitskreis bestehend aus Vertretern des Landkreises, der Gemeinden, des Ammerländer Landvolkverbandes e.V., Landwirten, der Jägerschaft, der Imker und verschiedener Naturschutzverbände zusammengefunden, der sich zum Ziel setzt, wieder mehr Lebensräume für Blüten besuchende Insekten zu schaffen. In einem Pilotprojekt gelang es bereits im ersten Jahr bunte Blühflächen anzulegen.

Der Ammerländer Landvolkverband e.V. hat mit Unterstützung des Landkreises Ammerland sechs Landwirte und den Eigentümer eines Rhododendronparks dafür gewinnen können, Blühstreifen an Ackerrändern anzulegen. Neben dem Ziel, einen wichtigen Beitrag für den Naturschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt zu leisten, ist es den Akteuren wichtig, auf die Bedeutung der Kulturlandschaftspflege für die einheimische Bevölkerung sowie für den Tourismus hinzuweisen.

Im ersten Jahr 2009 kam es aufgrund der extremen Trockenheit im April und Mai zu verzögerter Keimung und Entwicklung. Trotzdem präsentierte sich auf den Sandböden eine überzeugende Vielfalt an blühenden Pflanzen.

Blühflächen Ammerland, Foto: Tatjana Hoppe

Die Saatgutauswahl

Die einzelnen Flächen haben eine Größe zwischen 1000 und 5580 m² und befinden sich im gesamten Ammerland verteilt. Durch die Verwendung einer vielseitigen, einjährigen Blühmischung der Firma Rieger & Hofmann GmbH sollen möglichst vielen bestäubenden Insekten wie Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Schwebfliegen, Nachtfaltern und Käfern während der gesamten Vegetationsperiode Blütenpflanzen zur Verfügung stehen. Die Mischung wurde speziell für dieses Projekt auf Sandböden (20-30 Bodenpunkte) abgestimmt. Sie enthält 21 Arten, 40 Prozent Wildkräuter und 60 Prozent Kulturpflanzen. Enthalten sind: Kornblume (12%), Buchweizen (10%), Luzerne (8%), Klatschmohn (7%), Saatmohn (3%), Vogelwicke (8%), Phacelia (5%), Ringelblume (6%), Lein (6%), Graukresse (5%), Sonnenblumen (5%), Dill (6%), Ackersenf (2%), Saatwucherblume (4%), Borretsch (2%), Ackerspörgel (2%), Weiße Lichtnelke (4%), Kresse (2%), Ackerhundskamille (1%), Ackervergissmeinicht (1%) und Echte Kamille (1%). Die Aussaat erfolgte zwischen dem 17. und 30. April 2009 (15 kg/ha). Aufgrund der extremen Trockenheit im April und Mai, es fielen weniger als die Hälfte der üblichen Niederschläge, kam es zu später Keimung und verzögerter Anfangsentwicklung. Auf Bewässerung und Düngung wurde aus Kostengründen verzichtet. Trotzdem präsentierte sich eine überzeugende Vielfalt an blühenden Pflanzen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die gleiche Mischung auf den unterschiedlichen Flächen, abhängig von Aussaattechnik und Zeitpunkt, Bodenbeschafffenheit, Samenpool im Boden, Vorfrucht und Nährstoffversorgung des Bodens sehr unterschiedlich hinsichtlich der blühenden Arten und ihrem prozentualen Anteil darstellt. Auf allen Flächen wurden zusätzlich blühende Pflanzen gefunden, die nicht ausgesät wurden wie zum Beispiel Ackerstiefmütterchen und Schafgarbe. Auf einigen Flächen waren allerdings auch nicht erwünschte Arten wie zum Beispiel Gänsefuß, Melde, Ampfer und Vogelmiere in höheren Anteilen enthalten. Auffällig war, dass die Phacelia auf einigen Flächen Anteile von bis zu 70 Prozent erreichte.

Fortsetzung des Projeks 2010 und 2011

Das Blühstreifenprojekt der Ammerländer Landwirte hatte 2009 einen sichtbaren Erfolg für bestäubende Insekten und das Landschaftsbild, deshalb wird es 2010 und 2011 mit einer größeren Anzahl teilnehmender Landwirte fortgesetzt. Durch Optimierung der Ansaatmischungen für die sandigen Standorte soll es gelingen während der gesamten Vegetationsperiode ein kontinuierliches und attraktives Blütenergebnis zu erzielen.

Ansprechpartner vor Ort:
Dr. Tatjana Hoppe, Ammerländer Landvolkverband e.V., Postfach 1268, 26642 Westerstede,


Mellifera e.V.