Netzwerk Blühende Landschaft
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Regionalgruppe Blühende Landschaft Rhön-Grabfeld

Blühprojekt „Blühende Energiepflanzen statt Mais“

Projekt-Start
"Im Februar 2016 kamen bei der Sitzung „Heimatunternehmen“ verschiedene Vertreter von Organisationen des Landkreises zusammen, unter anderem waren auch der Bund Naturschutz und der Bauernverband mit dabei. Dabei legte ich die Probleme der mangelnden Blühflächen und der zu spät blühenden Greeningflächen dar. Anschließend gab es einige Besprechungen zusammen mit der LWG, Frau Marzini und Frau Dr. Illies, die meine Aussagen bestätigten. Den Vertretern von Bauernverband war nicht bewusst, dass die Greeningflächen eigentlich nicht für unsere Bienen geeignet sind und sie versprachen uns zu unterstützen.

Das Problem ist, dass die Blühmischungen, die statt Mais angebaut werden, in keine staatliche Förderung rein fallen. Außerdem ist das Saatgut erheblich teurer als Mais und bringt weniger Ertrag.

Am Dienstag den 21. März 2017 fand in Bad Königshofen die Versammlung der Bioenergie statt. Frau Marzini hielt dazu einen sehr interessanten Vortrag. Die Biogas hat beschlossen, die Kosten für das Saatgut zu übernehmen und wir bekommen hier ca. 20 ha blühende Energiepflanzen, vor allem entlang des Haubachs.

Am 28. März 2017 war nochmals eine Veranstaltung an der Biogasanlage in Ostheim. Auch in Ostheim haben sich nochmal Landwirte bereit erklärt uns zu unterstützen und es entstehen hier nochmal ca. 5 ha Energiepflanzen.

Am Samstag den 1. April 2017 war ich bei der Jahresversammlung der Jäger. Sie erklärten Sich bereit nochmals ca 2 ha anzulegen.

Zusätzlich entsteht in Ostheim eine Versuchsfläche mit verschiedenen Energiepflanzen. Diese Jahr werden die Mischung „Marzini“ und die Hanfmischung eingesät. Auf der restlichen Fläche als Platzhalter Ackerbohnen und Ackererbsen. Im Januar 2018 wird dann eine Prärie-Mischung, die trockenresistent ist, die durchwachsene Silphie und die „Rhön-Silphie“ angebaut. Was ist denn das? Es wurde festgestellt, dass die durchwachsende Siphie eigentlich nur auf Flächen mit gutem Boden und guter Wasserversorgung gedeiht. Somit ist sie eigentlich nicht besonders für unsere trockene Rhön geeignet. Das Ganze soll dann in Ostheim getestet werden. Mal schauen, was da so rauskommt.

Warum gerade die "Marzini"-Mischung?
Diese Mischung wurde speziell für trockene, regenarme und schlechte Böden entwickelt. Sie wird Ende Juli, Anfang August – je nach Wetterlage – gemäht und blüht somit nochmal nach. Dadurch erfolgt noch einmal eine Nachblüte, vor allem vom Muskatellersalbei und unsere Bienen haben für die Aufzucht der Winterbienen genügend Pollen und ein wenig Läppertracht. Gleichzeitig bietet sie ideale Deckung ab Herbst für das Niederwild. 2012 – 2014 wurden bereits Zählung durchgeführt. Dabei stellte man fest, dass sich die Population der Feldlerche erhöht hat und sogar das Braunkelchen wieder zu brüten angefangen hat.

Neu: Untersuchungen zum Stickstoffvorrat im Boden nach Flächenumbruch
Hier sieht man ganz deutlich, dass sich Nitratgehalt im Boden zum Vergleich mit Mais erheblich verringert. Deshalb wurde vor allem das Gebiet um den Haubach ausgewählt, um die Nitratbelastung des Brunnens zu entlasten. Dazu ein Zitat von Frau Marzini: „Ich denke, bei strategisch günstiger Platzierung der Blühflächen, könnte man das Grundwasserproblem recht gut in den Griff bekommen. Vorstellbar wäre z.B., dass die Nitratgehalte im Grundwasserleiter durch den Wurzelfilter der Blühpflanzen gingen und als Unterflurdüngung den Blühpflanzen zur Verfügung stünden (= reduzierte Düngung für den Landwirt). Dazu müssten die Flächen als Pufferflächen entlang der Bäche bzw. im Umgriff der Brunnen stehen.“. Es wäre weitaus günstiger wenn das Wasserwirtschaftsamt hier unterstützen würde, anstatt Überlegungen anzustellen für zig Millionen Euro eine Pipeline für Trinkwasser zu bauen. Vielleicht kann der Landrat hier unterstützend mitwirken und wir könnten ein Pilotprojekt für „sauberes Trinkwasser“ starten. Auf jeden Fall wäre es weitaus günstiges Energiepflanzen zu fördern als eine Pipeline zu bauen."

Bericht von Annette Seehaus Arnold, April 2017

Kontakt:
Annette Seehaus Arnold
Tel: 09733-4561
Mail:


Mellifera e.V.