Netzwerk Blühende Landschaft
Netzwerk Blühende Landschaft

Blühende Landschaft Westfalen

Blühendes Band durch unser Land – Initiative für eine bienenfreundliche und blütenreiche Landschaftsgestaltung in Westfalen

Ansprechpartner:
Monika Ludwig, Obfrau für Bienenweide, Natur- und Umweltschutz
Mail:

In den letzten Jahren haben sich die Lebensbedingungen für Biene, Hummel & Co. gravierend verändert. Als Hauptgrund für das Bienensterben wird von der Industrie die Varroamilbe genannt. Damit will man über die Auswirkungen der Pflanzenschutzmittel und den Nahrungsmangel hinwegtäuschen. Eine Untersuchung des Bieneninstitutes Celle hat gezeigt, dass die Bienensterblichkeit bei Konfrontation mit einem Neonikotinoid in Kombination mit Pollenmangel signifikant steigt. Daraus resultiert die Forderung nach Verbesserung der Pollenmenge und der Pollenvielfalt. Durch Intensivierung der Landwirtschaft blüht weniger in Feld und Flur. Ab Ende Mai versiegt, nicht zuletzt durch das Verschwinden von extensiv genutzten Wiesen und Weiden vielerorts der Futterstrom.

Auch gibt es die früher sehr häufig vorkommenden Ackerkräuter in den Getreidefeldern so gut wie gar nicht mehr. Für die Blütenbesucher herrscht nun in vielen Landstrichen von Juni bis Oktober Futterknappheit bzw.-eintönigkeit. So sind inzwischen über die Hälfte der einheimischen Wildbienen auf der Roten Liste oder schon ausgestorben. Teils müssen die Honigbienenvölker von uns Imkerinnen und Imkern im Sommer gefüttert werden. Für andere blütenbesuchende Insekten kann der Nahrungsmangel dramatische Folgen haben. Ohne Bestäubungsinsekten gäbe es aber einschneidende Veränderungen bei Obsternte, Gemüseanbau, einigen Kulturpflanzen in der Landwirtschaft, der Artenvielfalt bei Wildpflanzen, der Nahrungskette für Wildtiere, etc.

Diese vielfältigen Probleme haben den Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker dazu motiviert, auf dem Apisticus-Tag 2012 in Münster seine Initiative „Blühendes Band durch unser Land“ ins Leben zu rufen.

Neben aktuellen Forschungsergebnissen zu den Risiken von Pflanzenschutzmitteln (insbesondere Neonikotinoide und Glyphosat) und den Problemen der Agro-Gentechnik interessieren uns in unserem Fachbereich „Bienenweide, Natur- und Umweltschutz“ die vielfältigen Möglichkeiten, in zahlreichen verschiedenen Bereichen durch die Verwendung gebietseigener Pflanzen eine deutliche Verbesserung der Nahrungsgrundlage für alle Insekten und Wildtiere zu erreichen. Die Landwirtschaft als Gestalter einer artenreichen und blühenden Kulturlandschaft im Bereich von Ackerflächen und Dauergrünland wird ebenso betrachtet wie die Pflanzung von Feldgehölzen und Hecken in der freien Landschaft und Möglichkeiten der Verbesserung der Artenvielfalt im Obst- und Waldbau. Die Nutzung der urbanen Vielfalt in Städten und Gemeinden steht unter dem Motto „Öffentliches Bunt“ mit seinem Nachahmungseffekt für Privatgärten. Die Möglichkeiten der Gestaltung von Naturgärten reichen bis in kleinste Bereiche wie die Bepflanzung von Balkonen und Blumenkübeln.

Durch Vorträge und Info-Stände möchten wir möglichst viele Interessensgruppen wie z.B. Landwirte, Jäger, Obst- und Waldbauern, Vertreter von Städten und Gemeinden, Kleingärtner, Garten- und Landschaftsbauer und Privatpersonen zur Mitarbeit bei unserer Blühinitiative anregen. Ein Ziel ist: BienenweideexpertInnen für die einzelnen Kreisimkervereine unseres Landesverbandes auszubilden.

Im Jahr 2015 hat der erste Jahrgang von Bienenweide FachberaterInnen seine Ausbildung erfolgreich absolviert. Im Frühjahr 2018 ist dazu ein eigener Fachbereich entstanden. Die Bienenweide FachberaterInnen sollen durch ihr Fachwissen nicht nur Imkerinnen und Imker beraten, sondern auch die Kontakte zu allen Interessensgruppen vor Ort praxisnah pflegen.

Es ist uns ein großes Anliegen, den Schritt von gut gemeinten „Psychotopen“ wie z.B. der Mössinger Mischung, die durchaus als „Türöffner“ dienen können, zu gebietseigenen, nachhaltigen Mischungen zu gehen und so die Artenvielfalt dauerhaft zu sichern. Dazu möchten wir die Forschungsergebnisse der Studie ProSaum der Uni Osnabrück zur Etablierung mehrjähriger artenreicher Krautsäume nutzen. Für die fachliche Beratung durch Reinhard Witt vom Naturgarten e.V., Holger Loritz vom Netzwerk Blühende Landschaft und Ernst Rieger von der Saatgutfirma Rieger-Hofmann sind wir besonders dankbar.

Der Landesverband freut sich bei der Entwicklung seiner Strategie für die Initiative über die kompetente Unterstützung des Netzwerks Blühende Landschaft und hofft, dass es neben dem Musterbeispiel der Gemeinde Haar, bei dem Barbara Stark vom NBL sehr engagiert an der Umsetzung des von Dr. Witt entwickelten Ökoflächenkonzeptes mitgearbeitet hat, in Zukunft mehr gemeinsame Projekte der Fachleute beider Gruppierungen geben wird.

Weitere Informationen und aktuelle Termine werden regelmäßig auf der Homepage des Landesverbandes unter https://www.lv-wli.de zu finden sein – hier insbesondere im Fachbereich Bienenweide, Natur- und Umweltschutz.

Ansprechpartnerin:
Monika Ludwig, Obfrau für Bienenweide, Natur- und Umweltschutz
Mail:


Mellifera e.V.