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Insekt des Jahres 2015- der Silbergrüne Bläuling

Paarung des Silbergrünen Bläulings. Das Weibchen ist samtig braun, das Männchen schimmert silbrig blau. © Thomas Schmitt/SDEI; www.dgaae.de
Paarung des Silbergrünen Bläulings. Das Weibchen ist samtig braun, das Männchen schimmert silbrig blau. © Thomas Schmitt/SDEI; www.dgaae.de

Der Silbergrüne Bläuling ist das "Insekt des Jahres 2015", ausgewählt vom Kuratorium "Insekt des Jahres". Diese Kommission wählt jedes Jahr eine Insektenart aus, die wegen besonderer Wichtigkeit für das Ökosystem, besonderer Seltenheit, ästhetischen Wertes oder auch ihrer "Gewöhnlichkeit" eine größere Berühmtheit genießen sollte, als es bis dahin der Fall ist. „Der zart schimmernde Schmetterling ist ein besonders schönes Tier“, so Jury Sprecher Wohlert Wohlers zur Begründung der Wahl. Zu finden ist der Bläuling hauptsächlich im Süden Deutschlands, auf der der Schwäbischen Alb, da er Regionen mit Kalkböden bevorzugt. Man findet ihn jedoch auch in kleinflächigen Lebensräumen wie Böschungen, Wegrändern und Bahndämmen.

Das Männchen des Silbergrünen Bläulings (Polyommatus coridon) ist auffällig gefärbt. Es hat, worauf der Name bereits hindeutet, silbrig schimmernde, grün-bläulich gefärbte Flügel. Das Weibchen ist unscheinbarer gefärbt und zeigt sich mehr samtig braun. Beide Geschlechter haben die gleiche Größe von 2,5 bis 3 cm Flügelspannweite.
Hauptsächlich ist der Silbergrüne Bläuling in Trockenrasen-Gebieten zu finden, einem empfindlichen Kalkmagerasen- Biotop, das eine große Vielfalt an Kräutern, Gräsern und Blüten und damit ausreichend Nektar bietet. Die Schmetterlinge saugen bevorzugt Nektar von verschiedensten violetten Blüten. Die Raupen, die im März schlüpfen und sich im Juni verpuppen, fressen in ausschließlich die Bunte Kronwicke, eine lila blühende krautige Pflanze.
Zu finden ist der hübsche Falter ab Mitte Juli, wo man ihn an warmen sonnigen Tagen flattern sehen kann. Abends sammeln sich die Schmetterlinge in kleinen Gruppen, bevor sie sich zum Übernachten niederlassen.

In Mitteleuropa gibt es rund 50 Arten von Bläulingen. Von ihnen gehen viele eine Symbiose mit Ameisen ein, so auch der Silbergrüne Bläuling. Der Deal besteht darin, dass die Schmetterlingsraupen ein süßes Sekret absondern, mit dem sie die Ameisen versorgen. Im Gegenzug schützen die Ameisen die Raupen vor parasitären Schlupfwespen, die ihre Eier in die Raupen legen wollen.

Der Silbergrüne Bläuling braucht kurzrasige Magerrasen mit hohem Blütenreichtum. Wird die Nutzung seiner Lebensräume verändert – zum Beispiel durch intensivere Düngung oder fehlende Bewirtschaftung der Flächen, verschwindet er. So gilt dieser Schmetterling unter den mitteleuropäischen Tagfaltern auch als eine Indikatorart für gut erhaltene, basenreiche Magerrasen.

Quelle (09.01.2015)
Deutsche Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie - Insekt des Jahres

26.02.2015

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