Netzwerk Blühende Landschaft
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Neonicotinoide gefährden auch Vögel

Nicht nur die Bienen und Hummeln sind durch den Einsatz von Neonicotinoiden gefährdet. Eine neue Studie aus den Niederlanden hat den Rückgang der Rauchschwalben und weiterer 14 Sperlingsvogelarten untersucht und konnte einen Zusammenhang zwischen dem Schwund der Vögel und dem Einsatz von Imidacloprid, einem Insektizid aus der Gruppe der Neonicotinoide, belegen ( Hallmann et al. 2014 ). Der Vergleich zwischen der Entwicklung der Population und dem Einsatz von Imidacloprid seit Mitte der 1990er-Jahre zeigt, wie das Insektengift die Vögel dezimiert hat. Die Tiere verhungern, denn sie finden einfach nicht mehr genug Futter bei den Kerbtieren, die die Landwirte eigentlich gar nicht als Schädlinge bekämpfen müssten. Die Forscher berechneten, dass die Vogelbestände jährlich um 3,5 Prozent sinken, sobald die Konzentration des Pestizids eine Schwelle im Oberflächenwasser überschreitet. Nun gibt es zum ersten Mal einen bezifferbaren Zusammenhang zwischen dem Schwund einheimischer Ackervögel und dem Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel. Die Anzahl der sogenannten "Nicht-Ziel-Insekten" wächst weiter und hatte zunehmend indirekte Effekte auf weitere Tiere.

Erst im April 2014 hatte der renomierte Neurobiologe Prof. Dr. Randolf Menzel von der Freien Univeristät in Berlin eine Studie veröffentlicht, in der nachgewiesen wurde, dass bereits kleinste Mengen an Neonicotinoiden die Kommunikationsfähigkeit und den Orientierungssinn der Bienen beeinträchtigen ( Menzel et al. 2014 ).

Imidacloprid gehört weltweit zu den drei am meisten eingesetzten Pestiziden. In der EU ist der Einsatz von Imidacloprid und zwei weiteren Neonicatinoiden seit Ende vergangenen Jahres verboten. Die Herstellerkonzerne BASF, Bayer und Syngenta kämpfen dagegen vor Gericht an. Mellifera e. V. setzt sich gemeinsam mit dem "Bündnis zum Schutz der Bienen" dafür ein, dass das Verbot bestehen bleibt. Hierfür werden dringend noch Spenden benötigt, denn die Gerichtskosten sind sehr hoch. Weitere Infos finden Sie hier

11.07.2014

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