Netzwerk Blühende Landschaft
Netzwerk Blühende Landschaft

Was ist der Blütenfonds und wofür wird er verwendet?

Das Netzwerk Blühende Landschaft (NBL) stellt seit 2015 jedes Jahr einen gewissen Geldbetrag für seine Regionalgruppen zur Verfügung, den sogenannten „Blütenfonds“. Der Blütenfonds speist sich aus den Beiträgen der ImkerInnen, welche an der Aktion „5-Cent für das Netzwerk Blühende Landschaft“ teilnehmen. Mithilfe des Blütenfonds sollen ganz konkrete Projekte der Regionalgruppen zur Anlage von Nahrungs- und Lebensräumen für Blüten bestäubende Insekten gefördert werden. Dabei können Saatgut, Pflanzgut, Feldschilder und/oder Maschinenkosten bezuschusst werden. Idealerweise dienen die so angelegten Blüh-Areale als öffentliche Anschauungsflächen.

Die Regionalgruppen reichen beim Netzwerk Blühende Landschaft eine Projektskizze ein, welche vom Team geprüft und bei Erfüllung der Kriterien (Naturschutzeffekt für Blütenbestäuber/ Langfristigkeit sowie Öffentlichkeitswirksamkeit/Multiplikatoren-Effekt) bewilligt wird. Max. 500 € können pro Antragsteller abgerufen werden – wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Im Jahr 2016 gab es neun bewilligte Projekte. Einige davon werden im Folgenden beispielhaft vorgestellt:

Krokuspflanzung, koordiniert durch das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN), regionaler Partner des NBL

Auf insgesamt über 3000 m² wurden 20 000 Krokusse an den Haus- bzw. Hofflächen von neun Bio-Imkern und auf schuleigenen Flächen in Niedersachsen gepflanzt. Das KÖN führte mit drei Imkern Veranstaltungen zur Pflanzung durch, drei weitere Imker pflanzten zusammen mit Grundschülern, Kitas bzw. Kindergärten und der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Das Thema wurde von der Presse aufgegriffen und in zahlreichen Artikeln publiziert. Selbst der NDR kam zu einer der Pflanzaktionen und brachte den Beitrag in den Nachrichten, sowie in der Sendung „Hallo Niedersachsen“. Radio NDR1 und Antenne Niedersachsen berichteten ebenfalls über das Projekt. Das Netzwerk Blühende Landschaft sponserte die Krokus-Zwiebeln. Abschlussbericht von Birgit Petersen, KÖN





Abb. 1 (links) Pflanzung bei Thomas Bohn, Bleckede am 26.10.2016 mit dem Waldkindergarten „Waldwichtel“. (Rechts) Pflanzung bei Frank Bierkamp, Nienhagen am 07.11.2016 mit der Grundschule Moringen. Fotos: B. Petersen

Frühblüher-Pflanzung durch die Regionalgruppe Sachsen-Thüringen (Sigrid Porstendorfer)

Auf einer 400 m² großen Wiesenfläche vor der Waldorfschule Dresden wurden gemeinsam mit einer 6. Klasse 2500 Zwiebeln heimischer Frühblüher wie Winterling, Wildkrokus, Schneeglöckchen, Blaustern bis zur Traubenhyazinthe gesetzt. Eine Holzbarriere um die Fläche herum verhindert ein allzu häufiges Betreten. Gemäht wird die Wiese durch den Hausmeister der Schule, und zwar erst einige Wochen nach dem Verblühen der Zwiebelpflanzen, damit diese in Ruhe absamen und die Nährstoffe aus den Blättern wieder in die Knolle zurückziehen können. Das Netzwerk Blühende Landschaft sponserte die Blumenzwiebeln.




Abb. 2 (links) Pflanzungsfläche vor der Waldorfschule in Dresden im Sommer 2016. (Rechts) Zwiebeln der Frühblüher in dem frisch ausgehobenen Erdloch, November 2016. Fotos: S. Porstendorfer

Neuanlage einer Blumenwiese und eines insektenfreundlichen Saumes in Sommersdorf durch die Regionalgruppe Westmittelfranken (Silvia Unger)

Auf dem Flächeneigentum eines Schäfers wurde auf 1500 m² eine Blumenwiesenmischung (Fettwiese von Rieger-Hofmann GmbH) sowie an einer Ecke 200 m² Wildbienen- und Schmetterlingssaum (Rieger-Hofmann GmbH) eingesät. Die Flächenvorbereitung und Einsaat führte die Regionalgruppe durch. Der Schäfer wird auf der Wiese ein- bis zweimal pro Jahr Heu machen und einmal jährlich seine Schafe darauf weiden lassen. Der Saum wird im Frühjahr von den alten Stengeln des Vorjahres befreit. Das Netzwerk Blühende Landschaft sponserte das Saatgut.

Einsaat einer Wildstaudenmischung auf Rohboden, Regionalgruppe Kurtscheid, Rheinland-Pfalz (Mora Knoepfler)

 Blühfläche mehrjährig Foto: M. Knoepfler
Auf der Ansaatfläche wurde der humusreiche Oberboden abgetragen. Als Ansaatbett wurde obenauf noch eine hauchdünne Schicht gütegesicherter Kompost gegeben.

Eingesät wurde die mehrjährige Wildstaudenmischung „Blühende Landschaft“. Hintergrund der Entfernung des Oberbodens ist, dass auf diese Weise ein humusarmes Substrat hergestellt wird, in dem die oft eher stickstoffbedürftigen Unkräuter nicht oder nur schlecht gedeihen können. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob sich die Mischung auf dem mineralischen Untergrund besser entwickelt, als auf den Beet- und Ackerflächen, wo sie bisher zum Einsatz kam. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in den regelmäßigen Praxis-Workshops, welche die Regionalgruppe veranstaltet, an Privatgärtner und Interessierte weitergegeben. Das Netzwerk Blühende Landschaft gab einen Zuschuss zu den Maschinenkosten für die Entfernung des Oberbodens.

Blühfläche Foto: M. Knoepfler
Blühfläche mehrjährig Foto: M. Knoepfler

Im Jahr 2017 sind sieben Projektanträge gestellt worden, womit der Fonds nun ausgeschöpft ist:

Neuanlage eines Flachwasserteiches mit Ufervegetation, Mellifera-Regionalgruppe Bayreuth (Alexandra Lippert)

Ökologische Aufwertung des Schulgartenbereichs mit Teich/Wasserzone an der Grundschule Bayreuth St.-Georgen. Der vorhandene Teich drohte zu verlanden und hatte kaum ökologischen Nutzen (zu klein und fast vollständig mit Seggen zugewachsen). Der Teich wird neu angelegt, mit heimischen Wasser- und Uferpflanzen bepflanzt und in Zukunft regelmäßig entschlammt, um eine Verlandung zu verhindern.

Der Verlauf kann hier verfolgt werden: http://alexandrasbienenwelt.de/?p=275

Heckenpflanzung, Regionalgruppe Sachsen-Thüringen (Steffen Reuther)

Auf einer Länge von 30 m wird um das Pfarrgelände der Ev.-Lutherischen Kirchgemeinde Arzberg eine Blüh-Hecke angelegt. Ebenso wird eine 200 m lange Hecke entlang einer Streuobstwiese in Leubsdorf gesetzt. Zum Einsatz kommen ausschließlich pollen- und nektartragende Sträucher, von der Kornelkirsche bis zu diversen einheimischen Wildrosenarten.

Wildblumeninseln und Frühblüher-Pflanzung, Mellifera Regionalgruppe Neckar-Fils e.V. (Katja Nickl)

Das Landeswasserwirtschaftsamt Kirchheim/Teck hat der Regionalgruppe eine Wiese bei Plochingen zur Verfügung gestellt - diese wird 2x jährlich mit der Sense gemäht. Am Südrand dieser Wiese ist nun die Anlage von 2 Blumeninseln von je 4 m² Größe geplant; diese sollen dann über einen Erlebnispfad begehbar gemacht werden. Im Herbst ist für die Böschung westlich der Wiese eine Frühjahrszwiebelsteckaktion vorgesehen.

Modellhafte Ansaat von Wiesenblumen in eine bestehende Wiese, Regionalgruppe Tübingen

Für die Verbesserung des Blütenangebots von Wiesen wird normalerweise von einer Neuansaat der gesamten Fläche ausgegangen. Dies beinhaltet den Abtrag der bestehenden Grasnarbe durch Pflügen oder Fräsen des Geländes vor der Neuansaat, was mit erheblichem Arbeits- und Kostenaufwand sowie mit Maschinen- und Energieeinsatz verbunden ist. Diesen Aufwand werden insbesondere Privatpersonen nicht treiben wollen. Eigene Erfahrungen der Regionalgruppe Tübingen deuten darauf hin, dass die Aussaat von Wiesenblumen auch in bestehende Wiesen erfolgreich gelingen kann. Allerdings erfordert dieses Verfahren mehr Geduld als dasjenige mit technischem Maschineneinsatz. Auf einer stadteigenen Restfläche bewirkte das Ausstreuen von gesammelten Wiesenblumen zusammen mit einer angepassten Wiesenpflege die Wiederansiedlung von Arten wie Wiesen-Knautie, Wiesen-Flockenblume und Skabiosen-Flockenblume. Das nun beantragte Projekt soll diese Einsaat in den Bestand hinein mit einer gebietseigenen Fettwiesenmischung der Firma Syringa auf zwei 200m²-Flächen erproben. Es wird zunächst in den hohen Bestand hineingesät, damit die Samen zum Auflaufen besser vor Austrocknung geschützt sind. Etwa 2 - 3 Wochen nach der Einsaat wird die Wiese gemäht, um den gekeimten Pflanzen genügend Licht zum Aufwuchs zu geben.

Anlage eines blütenreichen Feldsaums auf dem Bioland-Betrieb Peter Meyer (Holnstein), koordiniert durch die Ökomodellregion Neumarkt, regionaler Partner des NBL

Auf den Vorgewenden einer Ackerfläche des Biolandbetriebes Peter Meyer sollen 6 m breite Feldsäume als Nahrungs- und Rückzugsraum für Blütenbesucher und Samenfresser angelegt werden. Eingesät wird die Mischung „Blumenwiese“ der Firma Rieger-Hofmann GmbH. Um den Blütenreichtum zu erhalten, werden die Saumstreifen nach erfolgreicher Etablierung wiesenähnlich bewirtschaftet. Um Kräuter zu fördern und zu dominante Gräser zurückzudrängen, soll einmal im Frühsommer (Ende Mai/Anfang Juni) und einmal im Frühherbst gemäht werden. Aufgrund des Kräuterreichtums kann hochwertiges Heu gewonnen werden. Die Bewirtschaftung der Säume erfolgt durch den Flächeneigentümer.

Ansaat einer Blumenwiese unter einem Obstbaumbestand in Bispingen, Jonas Tetzlaff (Referent des NBL)

Auf ca 1400 m² einer gemeindeeigenen Streuobstwiese soll der stark vergraste Unterwuchs durch eine Bodenbearbeitung und Neueinsaat mit gebietseigenem Blumenwiesensaatgut aufgewertet werden. Die Anlage und Pflege wird durch den Bauhof Bispingen geleistet. Die Aussaat wird im August/September 2017 stattfinden, die Bodenbearbeitung einige Wochen zuvor.

Krokusse setzen in Naunstadt, Regionalgruppe Hochtaunus (Andreas Kramer)

Es werden im Herbst 3000 Krokusse (frühblühende, leicht verwildernde Sorten) entlang Wegen und auf Grünstreifen des Ortsteils Naunstadt in Hessen gesetzt.

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Netzwerk Blühende Landschaft erhält Auszeichung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Das Projekt "Blühpate werden" wurde als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt.
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