Netzwerk Blühende Landschaft
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Projekt "Nektar-Sonnenblume"

Projekt Nektar-Sonnenblume

Sonnenblume Foto: Klement

Vor gut zwanzig Jahren war es noch sinnvolle imkerliche Praxis, Bienen an ein Feld zu stellen, auf welchem Landwirte Sonnenblumen anbauten. Obwohl die großen Blüten harzig sind und die Bienen ziemlich beanspruchen, gaben sie damals Nektartracht im Sommer. Dann wurden die Pflanzen durch Hybridzüchtung den Bedürfnissen der industriellen Ölgewinnung angepasst. Leider war ein Nebeneffekt dabei, dass die neuen Sorten kaum noch Nektar spendeten. Seither hat es keinen Sinn mehr, Bienen an solche Felder zu stellen. Das alte Saatgut ist weitgehend verschwunden, und es ist unbekannt, welche der noch vorhandenen Sonnenblumen tatsächlich nennenswert Nektar erzeugen.

Sonnenblumen - Feldstudien 2011 und 2012
Wir wollen mit dem Projekt "Nektar-Sonnenblume" herausfinden, mit welchen Sonnenblumen sich eine Verbesserung des Trachtangebots (Nektar und Pollen) erzielen lässt. Hausgärtner, Züchter, Erwerbsgärtner oder Imker sind herzlich dazu eingeladen, sich ehrenamtlich an dem Projekt zu beteiligen. 2011 und 2012 boten wir verschiedene Sonnenblumensorten für Interessierte zu einem vergleichenden Feldversuch an.

Ablauf des Feldversuches 2012:
Wer sich als Hausgärtner oder Imker an diesem Projekt beteiligt hat, erhielt drei verschiedene Sonnenblumensorten in neutralen Tüten. In jeder Tüte befanden sich 70 Samenkörner, was für eine Fläche von rund 10 Quadratmetern ausreichte. Bereits ab dieser Größe war es möglich bei dem Projekt mitzumachen. Aussagekräftiger ist jedoch eine dreifache Wiederholung des Versuchsaufbaus, wofür eine Fläche von ca. 90-100 m² benötigt wird (3 × 3 Sorten). Die Aufgabe der beteiligten Personen war es dann, während der etwa dreiwöchigen Blühdauer einfache Beobachtungen zum Insektenbesuch der Sonnenblumen durchzuführen und zu notieren. Daneben sollten einige Daten zu Witterung und Standort aufgezeichnet werden.
Als Züchter/Vermehrer, wurden fünf Sorten zur Verfügung gestellt. Je nach den individuellen Möglichkeiten bekamen Züchter / Vermehrer umfangreichere Aufgabenstellungen (z. B. Nektarpipettierung, Überprüfung der Bienen-Honigblase), um die Trachteigenschaften der jeweiligen Sorten genauer zu beurteilen.

Anbauschema mit Wiederholungen

Anbauschema Nektar-Sonnenblume 2012

Je nach Witterung und Standort ist ein günstiger Aussaatzeitpunkt zwischen dem 20. April und dem 15. Mai. Alle Sorten sind ungebeizt und können mit Ausnahmegenehmigung im Bio-Anbau verwendet werden. Die Sonnenblumen sollen nicht vorgezogen werden.

Mehr Infos
Daten- und Dokumentationsblatt zur Feldstudie
Informationen zur Sonnenblumen Aktion 2011

Im Jahr 2012 nutzten wir folgende Sorten für unseren Feldversuch (die jeweilige Nummer bezeichnet die Sorte):

  • 1. HS Primi – Hybride zur Öl-Erzeugung
  • 2. „Friedmann“ – osteuropäische Populationssorte von G. Friedmann
  • 3. Metharoc – Hybride zur Grünmasse- und Methanerzeugung
  • 4. Zoltan PR – Hybride zur Öl-Erzeugung
  • 5. HS OLINKA – Hybride zur Öl-Erzeugung

Projektbeteiligte waren:
● Mellifera e. V., Tel. +49 [0]74 28 94 52 49-10
● Netzwerk Blühende Landschaft
● Sativa Rheinau AG (Einzelversand an Interessenten in der Schweiz)
● Bingenheimer Saatgut AG
● Rieger-Hofmann GmbH
● Bantam, eine Initiative von Save our Seeds
● Getreidezüchtung Peter Kunz
● Demeter-Imkerei Günther Friedmann

Auswertung und Ausblick

Leider können wir keine genauen Ergebnisse aus den Antworten des Sonnenblumen-Feldversuchs 2012 veröffentlichen. Der Rücklauf der Fragebögen war sehr gering. Zudem waren die zurück gesendeten Bögen sehr heterogen ausgefüllt und es gab darunter, aufgrund unserer nicht eindeutigen Anleitung, mehrere nicht auswertbare Informationen.
Allen, die sich an diesen Versuchen beteiligt haben, danken wir herzlich!

Das Projekt "Nektar-Sonneblume" wird nicht fortgesetzt. Auch der Verkauf des Sonnenblumensets mit samenfesten Sorten im Jahr 2014 wird ein einmaliges Angebot bleiben und 2015 nicht mehr erhältlich sein.

Wir bitten um Verständnis und regen an, der Blütenarmut in unserer Kulturlandschaft mit einer Vielfalt anderer blütenfördernder Maßnahmen zu begegnen. Weitere Informationen dazu in der Rubrik Handlungsempfehlungen .

Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden (Mail: Tel. 07428/945 249 28).

Ihr NBL Team

Weitere Informationen:


Mellifera e.V.